1) Die Pflanze im Bild
Zwiebelgewächs aus der Familie der Lauchgewächse (Alliaceae)
| Abb. 01: Bärlauch: Zwiebeln, Blätter und Fruchtstand |
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2) Namen des Bärlauchs
| botanisch | Allium ursinum |
| pharm | Herba Alii ursini |
| Deutsch | Wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Hundsknofel, Hexenzwiebel |
| Englisch | Bear's garlic, Ramson, Wild garlic |
| Estnisch | Karulauk |
| Finnisch | Karhunlaukka |
| Französisch | Ail des ours, Ail sauvage |
| Gälisch | Garleag |
| Italienisch | Erba orsina, Aglio orsino |
| Niederländisch | Daslook, Beerlook, Berelook, Boslook, Hondsknoflook, Wilde Knoflook, Woutknooploock |
| Polnisch | Czosnek niedzwiedzi |
| Russisch | Cheremsha |
| Schwedisch | Ramslök |
| Türkisch | Yabanî sarýmsak, Ayý sarýmsaðý |
| Ungarisch | Medvehagyma |
3) Beschreibung der Pflanze
Bärlauch ist ein ausdauerndes Zwiebelgewächs, das vor allem in nährstoffreichen und feuchten Laubwäldern vorkommt. Schon zeitig im März treiben die etwa 15-50 cm langen, lanzettlich gestielten Blätter aus dem Boden und bringen im April/Mai ihre weißen Blütenstände. Pro Zwiebel gibt es 1-3 Blätter. Auf einem Blütenstiel stehen in einer Scheindolde bis zu 20 sternförmige, kleine Blütchen mit einem Durchmesser von 12-20 mm. Mit der Samenbildung im Juni werden die Blätter langsam gelb und sterben mit der Samenreife endgültig ab. Bis dahin hat sich auch die Zwiebel ausreichend groß, etwa 4-5 cm lang, entwickelt. Die Bestäubung- bzw. Befruchtungsrate bei den Bärlauchpflanzen ist gering. Nur etwa die Hälfte der Blüten bringen einen brauchbaren Samen. Laut UNI Vechta verwendet der Bärlauch rund 40% seines jährlichen Photosynthesegewinns für die Blüten und Samenproduktion. Die Samen haben einen Durchmesser von 2-3 mm. Der Name „Allium“ bedeutet „Lauch“ und „ursinum“ „Bär“. Im Volksglauben dachte man, dass die Bären, wenn sie aus dem Winterschlaf aufstanden, als erstes das frische Grün des Bärlauchs suchten.
4) Gesundheitlicher Wert, Inhaltsstoffe und Geschichte
Bärlauchbestände im Wald erkennt man schon von Weitem an ihrem Knoblauchgeruch. Ähnlich wie beim Knoblauch findet man in den ätherischen Ölen eine große Anzahl verschiedener Schwefelverbindungen. So z.B. Divinylsulfid, Dimethylthiosulfonat, Methylcycteinsulfoxid und dessen Abbauprodukte Methylallylthiosulfonat und Methanthiol. Die Pflanze wird schon seit etwa 2.000 Jahre vor Christus als Wildgemüse, Speisewürze und Heilpflanze genutzt.
Die Indianer kurierten mit dem Ramp, so heißt der nordamerikanische Bruder des Bärlauchs, (Allium tricoccum), ihren Husten und ihre Erkältungen. Im Frühjahr feierten sie sogar ein Ramp- Fest.
In Russland (Kaukasus) gibt es die Blütenstängel vom Bärlauch milchsauer eingelegt unter dem Namen „Tscheremscha“.
Bärlauch gehört zu den ältesten Heilpflanzen Europas. Schon die Germanen, Kelten und Römer wussten seine blutreinigende und kräftigende Wirkung zu schätzen.
Karl der Große bezeichnete im 8. Jahrhundert in seiner königlichen Verordnung über die Landgüter den Bärlauch als anbauwürdige Gartenpflanze.
Die Mystikerin Hildegard von Bingen sprach sogar von „viriditas“, der Kraft, die alles wachsen und grünen lässt – einer sprießenden Grünkraft.
In jüngerer Zeit erlebt der Bärlauch eine Renaissance. Sein Wert ist dem des Knoblauchs ähnlich und zum Teil noch höher einzuschätzen. Die überwiegend schwefelhaltigen ätherischen Öle regen die Verdauung an und haben einen günstigen Einfluss auf die Atemwege, die Galle, Leber, Magen und Darm. Außerdem wirkt er blutdruckregulierend und vorbeugend bei Arterienverkalkung. Im Vergleich zum Knoblauch enthält er weniger Geruchsstoffe, aber mehr Chlorophyll, das geruchshemmend wirkt. Der Verzehr von Bärlauch hat eine nicht so stark negative Auswirkung auf die Mitmenschen wie der Knoblauch. Der Verzehr von Bärlauch soll helfen eine gestörte Darmflora zu regenerieren. Er hat eine schwach gefäßerweiternde Wirkung, ist gut bei Venenverkalkung und allen Herzkrankheiten, ist blutreinigend und hat eine antibiotische und antiseptische Wirkung. Nachgesagt wird ihm ein hoher Gehalt an Vitamin C, Eisen, Schwefel, Mangan und Magnesium.
1992 wurde der Bärlauch von der Gesellschaft für den Schutz und die Erforschung von europäischen Medizinalpflanzen zur Pflanze des Jahres erklärt. |